Bergbaumuseum Achthal

Erzbergbau und Verhüttung am Teisenberg 1537 - 1925

Kriseninterventionsdienst - ehrenamtlich "DA sein" - 10.03.2020


Im Rahmen der Bildungswerkstatt konnte wieder ein hochinteressanter Vortrag angeboten werden zum Thema: Kriseninterventionsdienst - ehrenamtlich "DA sein".

Dienstag, 10. März 2020, 19 Uhr
Vortragssaal Bergbaumuseum Achthal

Im letzten Beitrag dieser ersten Saison der Bildungswerkstatt Museum Achthal traf Helmut Langosch, KID-Berater des BRK Bad Reichenhall/Berchtesgaden auf eine interessierte und anschließend sehr nachdenkliche Hörerschaft. Aus seiner jahrelangen Erfahrung schöpfend, zeigte er anschaulich das Selbstverständnis der Krisenintervention anhand ihrer Hauptaufgaben auf.

Selbstverständnis der Krisenintervention

Kriseninterventionshelfer (KIH) treffen im Einsatz auf Menschen, die in unterschiedlicher Form und Qualität von den jeweiligen Not- und Unglücksfällen betroffen sind. Der KIH hat den Auftrag, unabhängig von der eigenen Bewertung der Situation, allen Betroffenen wertschätzend, empathisch und echt zu begegnen und ihnen das Angebot der Begleitung und Betreuung zu machen.

Dies Akuthilfe für Betroffene bedeutet in den meisten Einsatzsituationen die Zuwendung zu Menschen, die mit dem plötzlichen Tod eines nahestehenden Menschen konfrontiert wurden. Darin liegt zugleich die Grenze der Hilfe. Dies gilt es anzunehmen und auszuhalten.

Die Arbeit in der Krisenintervention zielt darauf, das Leid der Betroffenen auf ein Mindestmaß zu begrenzen. KIH bieten an, was andere Einsatzkräfte nicht leisten können:

  • eine kontinuierliche Zuwendung und Präsenz in den ersten Minuten/Stunden der Ohnmacht und Hilfslosigkeit der Betroffenen.
  • Der KIH unterstützt Betroffene darin, mit Hilfe des eigenen sozialen Netzes wieder selbst für sich zu sorgen. Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Hauptaufgaben der Krisenintervention

Von einer Sekunde auf die andere können ganze Lebenskonzepte zusammenbrechen. Egal, aus welcher Ursache heraus das geschieht, hat es sich die Krisenintervention in dieser Zeit zur Hauptaufgabe gemacht, allein durch das „DA-sein“ für Sicherheit zu sorgen.

Das Vermitteln von notwendigen Informationen stabilisiert die Betroffenen und vermittelt einen "Roten Faden".

Oberstes Gebot ist es, den Betroffenen zum selbständigen Handeln zu animieren. Ziel ist, sich als KIH überflüssig zu machen.

Dazu zählt das zeitnahe Aktivieren der persönlichen Ressourcen aus dem sozialen Netz des Betroffenen.

Zum Schluß gibt der KIH noch Hilfestellung für die nächsten Tagen und bei Bedarf die Vermittlung von weiterführenden Hilfen. Damit ist seine Arbeit getan, und eine Visitenkarte hinterlässt er bewusst nicht …!

Stabile Persönlichkeiten für dieses Ehrenamt zu finden ist nicht leicht, das wurde nach diesen Ausführungen von Herrn Langosch nur zu deutlich. Deswegen sei die Personaldecke auch sehr dünn. Eine Ausbildung zum KIH bietet das DRK/BRK regelmäßig an, sie kostet rund 300 €. Die Eintrittseinnahmen dieses Abends wurden hierfür gespendet. Kontakt kann bei Interesse durch den Förderverein vermittelt werden.

Wir danken dem Referenten Helmut Langosch sehr herzlich für den erkenntnisreichen Vortrag und freuen uns auf ein mögliches Wiedersehen.

i. A. der Vorstandschaft

Roland Klosa


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