Bergbaumuseum Achthal

Erzbergbau und Verhüttung am Teisenberg 1537 - 1925

Vortrag Hitler's Berg 2019

 

Liebe Mitglieder, Freunde und Besucher,

auch in diesem Jahr präsentieren wir Ihnen wieder interessante Vorträge.

So starteten wir in diesem Jahr im Hotel Gasthof "Zur Post", Neukirchen, am Donnerstag, 25. April 2019, um 19:30 Uhr - Einlass war ab 18:30 Uhr - Eintritt: 5 Euro.

Thema: Hitlers Berg - Obersalzberg, geheime Bunkeranlagen & Licht ins Dunkel der Geschichte

Rund 60 Gäste nahmen an diesem hochinteressanten Vortrag teil.


Pressebericht von Frau Monika Konnert

Der Obersalzberg fasziniert immer noch

Gut besuchte Veranstaltung des Fördervereins Bergbaumuseum Achthal - Tiefe Einblicke in einen geschichsträchtigen Ort

Neukirchen/Teisendorf: Viele Geschichten und viel Geschichte ranken sich um den Obersalzberg, der wie kein anderer Ort der Alpen „Hitlers Berg“ war. Wenn dann ein ausgewiesener Fachmann und Insider wie der Historiker und Rechtswissenschaftler Florian M. Beierl die Geschichte dieses Berges wissenschaftlich fundiert, nüchtern und gut verständlich erzählt, ist ihm die Aufmerksamkeit eines breiten, geschichtsinteressierten Publikums sicher. So auch in Neukirchen, wo er auf Einladung des Fördervereins Bergbaumuseum Achthal Licht ins Dunkel der Geschichte und der Geschichten rund um Berghof und Bunkeranlagen am Obersalzberg brachte.

Wie Roland Klosa, der Vorstand des Fördervereins einführend sagte, beschäftigt sich der 1971 in Berchtesgaden geborene Beierl schon seit seiner frühesten Jugend mit der NS-Vergangenheit des Obersalzbergs und hat für seine Forschungsprojekte viele Zeitzeugen aus Deutschland, Österreich, den USA und Großbritannien befragt. Er traf ehemalige NS-Funktionäre des Obersalzbergs, sowie Privatpersonen aus dem engsten Kreis um Adolf Hitler, ranghohe US-Kriegsveteranen und zeichnete die mit ihnen geführte Gespräche auf. In seinem Vortrag kam er wiederholt auf solche Gespräche zurück und lockerte damit die etwas schwerere geschichtliche Kost deutlich auf. Beeindruckend auch die vielen alten Fotografien, die Beierl während seiner Recherchen weltweit zusammengetragen hat.

In seinem Vortrag begann die Geschichte dieses Ortes lange vor Hitler und der NS-Zeit, nämlich Mitte des 19. Jahrhunderts, als die kleine Bergbauerngemeinde ausserhalb Berchtesgadens ein einfaches und recht ärmliches Leben führte. Bis dann 1870 der Fremdenverkehr begann, die Sommerfrischler aus den Städten kamen, erste Zimmer vermietet und die erste Pension - Pension Moritz – geöffnet hat. Renommierte Gäste wie Clara Schuhmann, Arthur Schnitzler und Carl von Linde, der Erfinder der Kältetechnik kamen. Von diesen hat vor allem Linde den Salzberg geprägt. Es blieb nicht aus, dass auch Vorkämpfer und Anhänger der ab den 1920 erstarkenden Nationalsozialistischen Partei aus den Reihen des Bürgertums den Berg entdeckten. Beeinflußt durch diese Kreise mietete sich Hitler 1928 sein erstes Haus auf dem Obersalzberg, um das dann später der Berghof gebaut wurde. Beierl beschrieb detailliert wie der Berg ab 1936 sukzessive zum privaten Rückzugsort der NS-Elite und zur Partei- und Regierungszentrale der NS - ausgebaut wurde, wobei für die Vertreibung der Einheimischen jedes Mittel, - Enteignungen, Drohungen, Zwang, Gewalt - recht war. Die treibende Kraft dabei war Martin Bormann. In den Ausführungen wurde der Alltag und das Leben auf dem Obersalzberg, wo Hitler etwa ein Viertel seiner Regierungszeit verbracht hatte, lebendig. Hier traf man wichtige Entscheidungen, empfing Staatsmänner und traf sich mit den Oberbefehlshabern der Armee. Ein Detail am Rande: die Landung in der Normandie „verschläft“ Hitler am Obersalzberg. Sein Adjutant und der Hausverwalter sind sich uneins, ob sie ihn wegen dieses Ereignisses um

Ab 1943 erst, so Beierl, habe man mit dem Bau des riesigen Bunkersystems begonnen und in nur anderthalb Jahren 5,7 km Stollen in den Berg getrieben. Man fürchtete Fliegerangriffe mit Fallschirmspringer und Giftgas. Am 25. April 1945, also auf den Tag des Vortrags genau vor 74 Jahren, hätten dann über 350 Lancasterbomber den Obersalzberg bombardiert. Die chaotische Zeit ab dann bis zum Einzug der allierten Truppen am 04. Mai, die Zeit der Okkupation bis zur Rückgabe des Geländes an den Freistaat Bayern und die Sprengung des Berghofes am 30. April1952 schilderte der Referent mit vielen interessanten Details. Nüchtern betrachtet, so der Referent in seinem Schlußzitat, sei an diesem Ort der Gegensatz zwischen Naturidylle und menschenverachtender, rassistischer Ideologie wie nirgendwo anders gelebt worden. Gut, dass davon vor allem die Naturidylle, nur einige Bunkeranlagen und wenige Ruinen geblieben sind.

Es war ein besonderer und wahrlich geschichtsträchtiger Abend in Neukirchen, an dem man den Obersalzberg und seine Geschichte auf der Grundlage tiefgreifender Recherchen und historischer Fakten kennenlernen konnte. Dies ist wohl besonders wichtig, für einen Ort, um den sich auch heute noch die Geister scheiden.



Christoph Felix Schmidt von IN-ALPINUS-DESIGN hat uns freundlicherweise ebenfalls seine Bilder von diesem Vortragsabend zur Verfügung gestellt.Herzlichen Dank dafür.

Hier geht's zur Betrachtung und Download der Bilder von Christoph Felix Schmidt:
https://www.picdrop.de/inalpinus-design/AHC74yY8df

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